Die Bedeutung von YIN und YANG




Dieses Forum dient der Diskussion der Grundlagen der TCM : Yin, Yang, Qi und die Grundlagen der Diagnostik

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Die Bedeutung von YIN und YANG

Beitragvon tcmdoktor » Mo 2. Feb 2009, 12:00

Grundlage des Inhalts: "Chinesische Syndrome verstehen und verwenden" von Gertrude KUBIENA
YIN und YANG sind übergeordnete Prinzipien, d.h. sie stellen zwei Aspekte von Materie und Energie (=Funktion) dar.
Yin und Yang schließen sich sowohl gegenseitig aus, als sie sich auch gegenseitig bedingen, sie sind gegenseitig ineinander enthalten, was die MONADE versinnbildlicht.
Das bedeutet: sie bedingen einander (Licht - Schatten), sie stehen zueinander im Gegensatz (Außen - innen), sie gehen ineinander über (Tag - Nacht) und sie sind ohne das andere nicht existenzfähig (keine Funktion ohne Substanz, keine Nacht ohne Tag etc.).
Das "Ineinanderübergehen" lässt sich an Beispielen beschreiben: Wenn das Yang am größten ist, dann ist das Yin am kleinsten, dann beginnt das Yin zu wachsen und umgekehrt. Am Übergang Nacht - Tag heißt das beispielsweise: Um die Mittagszeit beginnt der Tag "zu altern", die neue Nacht beginnt.

Yang bedeutet grundlegend: männlich, aktiv, nach außen gehend, Himmel, Wärme, Sonne, Geist, Funktion ...
Yin bedeutet grundlegend: weiblich, passiv, "im Haus bleiben", Innen, Erde, Kälte, Mond, Substanz ...

Für die Körperdarstellung und die Medizin per se bedeutet dies:
YIN ist das Symbol für Morphologie, Masse, Unter-(Funktion), Parasympatikus, Innenseite, unten, materiell, rechts, Wasser, Winter, Nacht, Mangel, leise, innere Organe relativ zu vergleichen...,
YANG ist das Symbol für Funktion, Aktivität, Über-(Funktion), Außenseite, oben, ideel, energetisch, links, Feuer, Sommer, Tag, Fülle, laut, Körperoberfläche.

Klar ist, Yin und Yang sind übergeordnete Prinzipien, d.h. im Umgang mit den Begriffen der Mikrobiotik stellt Yin und Yang keine Wirkrichtung dar. Das bedeutet, das eine Wirkrichtung nach Innen oder nach Außen dadurch nicht definiert wird!
Yin ist Innen und Yang ist Außen. ein Verlagern von Yang nach Innen und Yin nach Außen stellt keine Wirkrichtung dieser übergeordneten Prinzipien dar, sondern im Sinne der Monade den wechselnden Rhytmus des Ineinanderübergehens. Dies geschieht durch die Wirkung der untergeordneten Prinzipien und der Energie, vorallem durch das Qi definiert.

Im Sinne des Gleichgewichtes von Yin und Yang heißt sies, das Yin ständig nach Außen und Yang ständig nach Innen transportiert wird. Daraus ergibt sich auch der stete Fluss zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes von Yin und Yang. Eine Störung dieses Flusses führt zu Yin-/Yang- Mangel oder Fülle. :idea:
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Re: Die Bedeutung von YIN und YANG

Beitragvon Lotusblüte » Mi 4. Feb 2009, 14:18

Hallo tcmdoktor,

ich muß gestehen, ich habe Dein Posting jetzt mehrmals gelesen und habe Probleme es ganz zu verstehen.
Du meinst Yin und Yang beschreiben keine Wirkrichtung??? Hm, aber in jeder Definition von Yin und Yang findet sich doch diese Wirkrichtung, oder ?
Vielleicht bin ich ja zu doof um es zu kapieren, vielleicht habe ich ja irgendwann mal so eine Art "Erleuchtung".
Ich würde es wirklich gerne verstehen...

Liebe Grüße
und danke nochmals für die Mühe

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Re: Die Bedeutung von YIN und YANG

Beitragvon tcmdoktor » Do 5. Feb 2009, 17:46

Richtig, Yin und Yang haben keine eigene Wirkrichtung, sie sind Zustandsbeschreibungen, nämlich Yin = Innen und Yang = Außen.
Damit ergeben sich Probleme nur dann, wenn Yin und Yang nicht im Gleichgewicht sind, also wenn Yin oder Yang in Fülle oder Leere sind.Besteht eine Leere, so ist der Gegenpol relativ in Fülle. Besteht eine Fülle, so ist der Gegenpol relativ in Leere. Damit ergibt sich eine "Ausgleichsrichtung" von der Fülle zur Leere, aber das ist nicht gleichzusetzen mit einer Wirkrichtung. Wirkrichtung wäre etwas aktives, während die Ausgleichsrichtung eine passive Situation beschreibt. Da Yng = Außen und Yin = Innen ist, kann bei beiden Zustandsbeschreibungen keine aktive = Wirkrichtung bestehen, denn es ist im Gleichgewicht immer Ortsgebunden. Da macht es auch keine Abstriche, das das jeweils andere immer ein wenig im anderen enthalten ist und das eine in das andere übergeht (Monade).
Also: die "Wanderungsbewegung" von Yin und Yang wird immer durch andere Kriterien beschrieben bzw. bestimmt: Kälte / Hitze, Trockenheit/Feuchte, Innen/Außen etc. :o
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